Archivierung und Erschließung von Born-digitals

Diese Fallstudie – vor allem im Forschungsfeld Provenienz angesiedelt – richtet sich auf den digitalen Nachlass des Medienwissenschaftlers Friedrich Kittler (1943–2011) im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Mit mehr als zwei Millionen Dateien und ca. 1,1 Terabyte Speicherplatz handelt es sich um einen paradigmatischen digitalen Großbestand des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, anhand dessen sich neue Verfahren zur forschenden Erschließung digitaler Autorennachlässe entwickeln und erproben lassen. Die Fallstudie fragt nach Praxis und Reflexion digitaler Schreib-, Speicher-, Sammlungs-, Ordnungs- und Auswertungsarbeit: Wie sind digitale Sammlungen konstituiert? Wie sind sie überliefert? Welche Konvergenzen, welche Konflikte ergeben sich zwischen Medientheorie und digitaler Praxis? Wie lassen sich philologische Zugriffe so strukturieren, dass ihr Eingriff in die Überlieferung transparent gemacht wird? Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden in die Forschungsgruppen eingebracht, Fragestellungen durch die dort stattfindenden Diskussionen präzisiert und erweitert.

Die Fallstudie verbindet theoriegeschichtliche und praxeologische Fragestellungen mit Verfahren aus der digitalen Forensik. Sie versteht sich als Forschungsarbeit an einem konkreten Großbestand mit nachhaltig verwertbaren Entwicklungsleistungen in einem Wachstums- und Zukunftsbereich internationaler Archive. Digitaler Bestand und Metadaten werden im Rahmen einer Modell-Lösung im VFR zugänglich gemacht und im Verlässlichen Speicher verfügbar gehalten.

Mitarbeiter*in:

  • N.N.