Zwei Adressbücher [mit Eintragungen von Karl und Hanna Wolfskehl, Margot Rubens u.a.]

Die zwei Adressbücher mit Eintragungen von Karl und Hanna Wolfskehl, Margot Ruben und anderen können als ein Schlüssel zur Bibliothek gelesen werden: Gleich einem Symbol stehen sie Pars pro Toto für das, was Wolfskehls Bibliothek war: Ein autobiografisches Archiv, das heterogenste Interessen und unterschiedlichste Namen zusammenführte. Der Antiquar Emil Hirsch steht hier neben dem Hilfswerk für jüdische Künstler und Geistesarbeiter; beide Eintragungen wiederum in kontextueller Nähe zu Franz Hessel. Dass Wolfskehls Bibliothek zudem schon zu Lebzeiten ein Ort der Erinnerung war, darauf verweist das kleine Kreuz neben dem Namen von Hugo von Hofmannsthal: Der Dramatiker, Lyriker und Librettist war im Sommer 1929 verstorben. Die Eintragung post quem hat auch eine Entsprechung in der Bibliothek: Vier Jahre nach seinem Tod setzte Wolfskehl dem zeitweiligen Weggenossen im George-Kreis mit einer Nachlass-Veröffentlichung des Dramenfragments Semiramis bei Rupprecht ein Denkmal.

Text: Sarah Gaber 

 

Aufbewahrungsort: Marbach – DLA; Nachlass Karl Wolfskehl, A:96.76.2

Foto: DLA Marbach, Jens Tremmel